Negativzinsen - Auswirkungen auf den Immobilienmarkt

Aktualisiert: 6. Nov 2020


Mit Beschluss des Negativzinssatzes 2014 als Reaktion auf die weltweite Finanzkrise, ist die Attraktivität von Wohneigentum stark gestiegen. Anstatt "Strafzinsen" für Anlagen zu zahlen, investiert man besser in Eigentum. Als Folge davon sind die Preise für Top-Liegenschaften in den urbanen Ballungsräumen und Stadtzentren um ca. 50 Prozent gestiegen.

Weshalb sind die Hypothekarzinsen in der Schweiz so tief?


Ende 2014 sind von der Schweizerischen Nationalbank Negativzinsen festgelegt worden, um den Franken abzuschwächen. Das negative Zinsniveau sollte nach einiger Zeit wieder angehoben werden - Angesichts der europaweit explodierenden Staatsschulden und Notenbankgeldmengen ist ein Ende der Negativzins-Politik in der Schweiz und Europa aber vorläufig nicht in Sicht. Die Corona-Pandemie hat dann ebenfalls ihren Teil dazu beigetragen. Durch die Krise hat sich die Normalisierung des Leitzinses zusätzlich um einige Jahre verschoben.


Auswirkungen auf den Immobilienmarkt


Risikoarme Anleihen, welche meist nur noch negative Renditen ausweisen, werden vermehrt von Versicherern und Pensionskassen durch Investitionen ins Hypothekargeschäft ersetzt. Immer mehr Marktteilnehmer flüchten in den vermeintlich sicheren Hafen der Immobilienkreditvergabe. Dies hat zur Folge, dass der Druck auf die Zinsmargen im Hypothekargeschäft steigt und sie stetig geschmälert werden. Solange die globale Tiefzinspolitik anhält, wird dieser Druck nicht abnehmen. Ganz zum Vorteil der Kreditnehmer. Die Hypothekarzinsen bleiben weiterhin tief.


Eigenheim als Investitionsgut, nicht als Konsumgut


Eine Immobilie wird heute von der Mehrheit der Bevölkerung als Investitionsgut und nicht, wie bis anhin, als Konsumgut angesehen. Das heisst, Immobilien werden vermehrt als Anlage und nicht zur Selbstnutzung erworben. Dieser Umstand begünstigt die hohe nationale Leerstandsquote und den teilweise enormen Preisanstieg für Immobilien.

Experten sagen voraus, dass auch in den kommenden Jahren die Leerstände nicht mehr auf die Norm-Werte (Werte vor 2015) sinken werden. Die anhaltend hohe Bautätigkeit, begünstigt durch historisch tiefe Zinsen, unterstützt den Aufwärtstrend bei den absoluten Leerständen – Dem rückläufigen Bevölkerungswachstum zum Trotz.


Zusammenfassend hat das vorherrschende negative Zinsniveau sowohl Vor- als auch Nachteile. Die niedrigen Zinsen machen den Erwerb von Wohneigentum für viele möglich - durch den enormen Preisanstieg von Immobilien besonders in Ballungszentren und den wachsenden Leerstand wird es aber schwieriger, die "richtige" Immobilie zu finden.



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