Wie beeinflusst Corona den Immobilienmarkt?

Aktualisiert: 6. Nov 2020

Seit März dieses Jahres – also mittlerweile seit gut acht Monaten – herrscht aufgrund Corona eine Ausnahmesituation in der Gesellschaft und unser Leben hat sich seither stark verändert. Als Immobilienvermarkter haben wir die Entwicklung des Marktes beobachtet und wollten wissen:


Welchen Einfluss hat die Pandemie auf den Immobilienmarkt?


Erste Studien, z.B. die der Raiffeisen, und Untersuchungen zu dem Thema gibt es bereits. Wir haben versucht, für Sie die wichtigsten Erkenntnisse zusammenzufassen.

Der Immobilienmarkt an sich ist eher träge und Auswirkungen zeigen sich erst zeitverzögert. Derzeit ist zu beobachten, dass die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser so stark steigen wie schon lange nicht mehr und Wohneigentum weiterhin als sehr attraktiv erscheint.


Die Gründe hierfür lassen sich wie folgt zusammenfassen:


Attraktive Finanzierungsbedingungen: Der Erwerb von Eigentum ist so günstig wie nie Das Tiefzinsniveau hält weiterhin an und die Kosten für die Finanzierung des Eigenheims sind extrem günstig. Derzeit liegt der Hypothekarische Referenzzinssatz bei 1,25 % und eine Erhöhung liegt wohl in weiter Ferne, eben auch aufgrund von Corona und die Auswirkungen auf die Wirtschaft. Für viele die Chance, sich den Wunsch nach Wohneigentum zu erfüllen.

Homeoffice: Wertschätzung für das Gut «Wohnen» steigt Die persönliche Wohnsituation wird aufgrund des Arbeitens von Zuhause aus immer wichtiger. Da Arbeitnehmer nun mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen, wird eine schöne Umgebung vielen wichtiger. Ein zusätzlicher Raum für das Büro, ein Garten oder Balkon wird von vielen gewünscht und mehr wertgeschätzt. In der Vergangenheit war vor Allem bei jungen Professionals die Karriere und die Arbeit im Mittelpunkt und die Wohnsituation war eher zweitrangig – besonders weil man nicht viel mehr Zeit als zum Schlafen dort verbracht hat. Das ist heute anders.

Geografische Flexibilität: Nachfrage in abgelegenen Regionen steigt

Arbeiten im Homeoffice bedeutet gleichzeitig, dass die Entfernung zwischen Wohnsitz und Arbeitsort nicht mehr so bedeutend ist wie vor Corona. Deshalb werden auch Lagen in weniger besiedelten Gebieten oder in der Nähe der Familie auf dem Land wieder interessanter. Schon heute bemerkt man einen Anstieg in der Nachfrage in eher abgelegenen Regionen wie beispielsweise dem Jura.


Allerdings ist auch klar, dass potenzielle Käufer aber auch Eigentümer derzeit verunsichert sind. Da es bei einer Investition in Immobilien meist um hohe Summen geht, trifft man diese Entscheidung nicht unüberlegt. Da die Marktlage in der Schweiz derzeit aber weitestgehend unverändert ist, spricht aus wirtschaftlicher Sicht nichts gegen den Kauf beziehungsweise Verkauf einer Immobilie. Wie schon oben kurz erwähnt, wird zudem das niedrige Zinsniveau anhalten.


Immobilienexperten stellen fest, dass es durch die Corona-Pandemie kurzfristig zwar zu Verlagerungen von Kaufabschlüssen kommt; langfristig wird sie die Wohnraumnachfrage aber nicht mindern. Der Bedarf an Wohnraum ist nach wie vor, besonders in Ballungszentren, sehr hoch und das Angebot an Immobilien knapp. Die aktuelle Situation wird wohl daran nichts ändern.


Die Situation bei Geschäftsimmobilien stellt sich etwas anders dar. Derzeit zeigen sich die Preise noch stabil, langfristig wird es aber in einigen Sparten zu Veränderungen kommen.

Büroimmobilien, Geschäftsräume im Einzelhandel, Hotel- oder Gastgewerbeimmobilien sind derzeit stark betroffen, wohingegen Experten der Meinung sind, der Bedarf an Lagerflächen und Lagerhallen könnte wachsen. Durch Corona werden Produktionsunternehmen nämlich zu eigenen Lagern tendieren und so den Markt in diesem speziellen Bereich ankurbeln.


Endgültige Schlüsse zu ziehen, wie sich Corona auf den Immobilienmarkt auswirkt, ist wohl noch zu früh. Wie schon zu Beginn erwähnt, zeigen sich Auswirkungen meist mit einer gewissen Verzögerung auf dem Markt. Wir halten Sie auf dem Laufenden!


Quellen: NZZ

Raiffeisen