Ende der Negativzinsen – warten auf den grossen Knall?

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat – wie bereits erwartet – am 22. September 2022 den Leitzins um 0.75 Prozentpunkte erhöht. Mit diesem Entscheid stieg der Leitzins nun von -0.25 auf neu 0.5 Prozent. Damit wirkt sie dem erneut gestiegenen Inflationsdruck entgegen. Gemäss Thomas Jordan, SNB Präsident, ist es nicht auszuschließen, dass weitere Zinserhöhungen nötig sein werden, um die Preisstabilität in der mittleren Frist zu gewährleisten. Nach fast 8 Jahren ist die Ära mit den Negativzinsen nun also vorbei. Aber was bedeutet dies für den Immobilien- und Hypothekarmarkt Schweiz?


Das wohl grösste Problem, welches die lange Tiefzinsphase in der Schweiz geschaffen hat, ist die Entwicklung der Immobilienpreise. Wenn man die Immobilienpreise vergleicht, kosten diese heute rund 76 Prozent mehr als noch im Jahr 2000. Damit ist die Schweiz jedoch nicht allein: auch bei anderen Europäischen Ländern, wie zum Beispiel Deutschland, sind die Preise über die Jahre hinweg explodiert.

Kommt nach der Aufhebung der Negativzinsen die grosse Wende auf dem Immobilienmarkt?

Mit Ausbruch der Pandemie und dem Trend zum Homeoffice war bei vielen Schweizerinnen und Schweizern der Traum nach den eigenen vier Wänden rasant gestiegen. Gleichzeitig war jedoch das Angebot der Immobilien, aufgrund des grossen Interesses, so knapp wie nie zuvor. Was zur Folge hatte, dass die Immobilienpreise nach oben gestiegen sind. Zusätzlich sind die Zinssätze für Festhypotheken seit Ende letzten Jahres markant gestiegen und haben das höchste Niveau seit über 10 Jahren erreicht. Seither nimmt die Nachfrage an Kaufobjekten wieder leicht ab.

Die hohen Zinsen schrecken jene ab, die schon seit längerem an ein Eigenheim denken. Denn höhere Zinsen sind in der aktuellen Lage auch mit vielen Unsicherheiten verbunden. Zumal neben den Hypothekarzinsen auch andere Kosten deutlich steigen: Baumaterial ist aufgrund der Pandemie und des Ukraine-Krieges viel teurer geworden. Es kommen Liefer-engpässe dazu sowie steigende Energiepreise, Krankenkassenprämien und allgemeine Lebenshaltungskosten. Viele Firmen haben begonnen die erhöhten Kosten auf ihre Verkaufspreise zu schlagen. Das Leben wird also teurer.


Viele können sich ein Eigenheim unter diesen Umständen nicht leisten oder erfüllen die Kriterien der Tragbarkeitsberechnung nicht mehr. Bereits in den vergangenen Monaten gab es merklich weniger Interessenten pro Immobilie als noch zuvor. Dennoch ist die Nachfrage derzeit noch höher als das Angebot.



Wann sinken die Preise wieder?

Unklar ist, in welche Richtung sich die Immobilienpreise entwickeln werden. Momentan sind sowohl die Hypothekarkredite als auch die Preise bei Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen noch immer steigend. Es ist davon auszugehen, dass solange die Nachfrage höher ist als das Angebot, die Preise nicht sinken, sondern eher sogar noch leicht steigen werden. Auch die Mieten bleiben nach wie vor, mit nur wenigen regionalen Abweichungen, im ähnlichen Bereich und sind nur leicht steigend. Anders sieht es jedoch mit den Wohnrenditeliegenschaften aus. Die jüngsten Anzeichen deuten darauf hin, dass diese bereits heute an Attraktivität verlieren.


Der Immobilienmarkt bleibt also alles in allem relativ unbeeindruckt von dem Entscheid der SNB. Die Nationalbank wird die Entwicklung auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt weiterhin beobachten. Wir dürfen gespannt auf die weitere Entwicklung sein …




Die Mehrheit der Eigenheim-Erwerber bevorzugt Festhypotheken

Die meisten Immobilienerwerber bevorzugen Langzeithypotheken mit einer Laufzeit von 10 Jahren. Viele schätzen die Planungssicherheit. Mit Festhypotheken ist man während der Laufzeit gegen Zinsänderungen abgesichert. Diese Sicherheit hat aber auch ihren Preis.


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