Nachhaltig wohnen und leben – Wichtig oder nichtig?

Aktualisiert: 19. Sept.

Weiterführend zum Artikel der letzten Woche, in dem es um Europas Metropolen als Vorreiter in Sachen Smart City geht, haben wir uns in dieser Woche mit dem Thema «Nachhaltiges Wohnen» auseinandergesetzt und wollen Ihnen folgend das Thema und einige Tipps zur Umsetzung mitgeben.


Jeder kann seinen Beitrag leisten, um die Umwelt zu schonen und seinen Fussabdruck auf der Erde möglichst gering zu halten. Neben einer energiesparenden Bauweise des Hauses selbst und dem schonenden Umgang mit Ressourcen gibt es weitere Möglichkeiten, Nachhaltigkeit in seinen Alltag einzubauen und so ganz nebenbei seinen Fussabdruck zu minimieren.



Nachhaltig wohnen und leben


Müll und die Verschwendung von Lebensmitteln reduzieren

Besonders Plastikmüll stellt eine grosse Belastung für die Umwelt dar. Jede Minute landet ein Müllwagen voll mit Plastikmüll im Meer und die Ozeane werden immer mehr zur Müllkippe. Jedes Jahr gelangen geschätzte 4,8 bis 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Meere. Verpackungen und besonders Mikroplastik, dass in unseren Peelings oder in Zahnpasta zum Einsatz kommt, stellt eine grosse Belastung für das Ökosystem dar. Jeder kann hier mithelfen, die Verschmutzung zu reduzieren. Die Kosmetikindustrie hat bereits reagiert. Es gibt Shampoos, die in fester Form wie ein Stück Seife angeboten werden, also ohne Verpackung bzw. wenn eine vorhanden ist, dann aus Papier oder Pappe. Auch Shampooflaschen aus Metall, für die man grössere Nachfüllbeutel kaufen kann, reduzieren den Plastikabfall.


Zusätzlich lässt sich der Verpackungsmüll von Lebensmitteln reduzieren, wenn man einige Punkte beachtet. Sie können den Müll schon beim Einkaufen reduzieren, in dem Sie darauf achten, möglichst plastikfreie Produkte einzukaufen und eigenen Tragetaschen und Verpackungen zu benutzen. Gemüse kann man beispielsweise wunderbar auf dem Markt einkaufen und wenn Sie mal zu viel eingekauft haben und derzeit keine Verwendung dafür finden, kochen Sie doch einfach eine Gemüsebrühe, die Sie dann einfrieren und zu einem späteren Zeitpunkt wieder auftauen und essen können.

Gezielt einkaufen sollte hier das Motto sein. Planen Sie Ihr Menü für die Woche durch und kaufen Sie gezielt nur das ein, was Sie auch wirklich dafür brauchen. So neigen Sie nicht zu Impulskäufen, die hinterher vielleicht gar nicht verzehrt werden und in den Müll wandern. Wenn doch mal etwas übrig bleibt, werden Sie kreativ: denken Sie sich neue Gerichte aus oder recherchieren Sie im Internet nach neuen Ideen. Das reduziert nicht nur den Müll, sondern schont auch den Geldbeutel.


Mittlerweile gibt es sogar schon Geschäfte, die Lebensmittel ganz ohne Verpackung anbieten. In Zürich bietet beispielsweise das «Fürst unverpackt» alle Lebensmittel eben unverpackt an oder sie können in ökologisch nachhaltigen Behältern erworben bzw. transportiert werden.

In der Schweiz landen immer noch 1/3 aller Lebensmittel zum Schluss wieder im Müll. Am häufigsten weggeworfen werden Obst, Gemüse und Backwaren. Was wenige wissen: Ein Kilo Brot im Müll produziert so viel unnötiges CO2 wie 3,5 Kilometer Autofahren. Jeder kann hier seinen Beitrag leisten und versuchen, die Zahl zu reduzieren. Einfach mal das Mindesthaltbarkeitsdatum ausser Acht lassen und mittels Geruchs- oder Geschmackstest testen, ob das Produkt wirklich abgelaufen ist. Besonders Yoghurt oder Quark hält oft bedeutend länger als auf der Verpackung angegeben.




Bei Lebensmitteln auf Regionalität achten und Fleischkonsum reduzieren


Wer etwas Gutes für sich, die Umwelt und die eigene Region tun möchte, sollte regionale Produkte kaufen und auf die Obst- oder Gemüsesorten zurückgreifen, die gerade Saison haben. Das schont die Umwelt und unterstützt heimische Bauern. Je kürzer der Transportweg der Produkte ist, umso besser ist das für den ökologischen Fussabdruck. Wenn Sie nicht auf tropisches Obst wie z.B. Bananen und Mangos verzichten möchten, sollten Sie auf das Fairtade Siegel achten, das garantiert, dass die lokalen Bauern nicht ausgebeutet werden und eine faire Entlohnung bekommen.


Der immense Fleischkonsum der Menschheit stellt eine weitere grosse Belastung für die Umwelt dar. Hier kann jeder dagegenwirken und bewusst an mindestens einem Tag in der Woche auf Fleisch verzichten, da der Fleischkonsum den CO2-Ausstoss in die Höhe treibt. Wenn dann doch Fleisch auf den Teller kommt, können Sie darauf achten, dass es aus tiergerechter und heimischer Haltung kommt. Auch bei Fisch gilt dasselbe: Dieser sollte nur verzehrt werden, wenn er aus zertifiziert nachhaltiger Fischerei stammt.




Energie sparen


Nachhaltiges Wohnen bedeutet auch, die Ressourcen wie Wasser und Strom möglichst sparend einzusetzen. Der Vergleich der Stromanbieter in Punkto Gewinnungsprozess ist ein erster wichtiger Schritt. Denn bevor der Strom Zuhause fliessen kann, muss er produziert werden. Nachhaltige Energie kann durch verschiedenste Verfahren gewonnen werden, wie zum Beispiel mit Photovoltaik-Anlagen, die die Energie der Sonnenstrahlung zu elektrischem Strom umwandeln. Oder durch Offshore-Windparks, die in windigen Gebieten wie z.B. an der Nordsee, die Kraft des Windes nutzen, um Energie zu produzieren. Nachhaltiges Wohnen bedeutet also auch, sich Energieanbieter zu suchen, die an die Zukunft denken und möglichst klimaschonend Energie gewinnen. Grüner Strom ist natürlich besser für die Umwelt und zusätzlich auch noch oft günstiger. Vergleichen Sie doch einfach mal die Preise.


Der nächste Schritt ist dann auch im Alltag so wenig Strom und Ressourcen zu verschwenden. Es gibt auch hier einige Tipps, durch dessen Beachtung Sie einsparen können.


  • Schalten Sie Elektrogeräte ganz aus. Auch im Standby Modus wird Energie verbraucht, oft sogar so viel als wären sie angeschaltet. Installieren Sie am besten Steckerleisten mit Ein-/Ausschalter, um alle Geräte auf einmal ausschalten zu können.

  • Lüften Sie mehrmals am Tag für ca. 10 Minuten komplett durch, statt die Fenster permanent auf Kipp zu haben. So kommt mehr Sauerstoff rein und es wird weniger Energie verbraucht.

  • Kochen Sie immer mit Deckel. Was so selbstverständlich klingt, wird bei vielen immer noch nicht umgesetzt, obwohl es unglaublich viel Energie spart. Wenn Sie Wasser für Teigwaren oder Kartoffeln brauchen, kochen Sie es doch im Wasserkocher vor – das verbraucht deutlich weniger Energie als das Erhitzen auf dem Herd.

  • Beim Waschen ein paar Grad runterschalten ist ein weiterer Tipp. Die Waschmittel sind heute so gut, dass schon bei umweltfreundlicheren 40°C alles strahlend sauber wird.



Nachhaltige Möbel und Mode kaufen


Second-Hand und gebrauchte Möbel ist hier das Stichwort. Gehen Sie doch mal in ein Brocki und schauen Sie sich um, bevor Sie ein neu-produziertes Möbelstück erwerben. Das Angebot ist oft genauso umfangreich wie in einem Möbelhaus und teilweise lassen sich dort echte Raritäten entdecken und Schnäppchen machen. Auch auf Tutti oder Ricardo ist eine grosse Auswahl an gebrauchten Möbeln zu finden.


Wer aber ungern Second-Hand-Möbel kaufen möchte, sondern sich lieber etwas Neues zulegen will, der sollte vor dem Kauf schauen, ob die Möbel nachhaltig produziert worden sind. Zwar ist für die Nachhaltigkeit von Möbeln noch keine Zertifizierung vorhanden; Sie können aber darauf achten, ob u.a.

  • ein schonender Umgang mit Ressourcen

  • faire Arbeitsbedingungen und ein kurzer Transportweg

  • die Verwendung heimischer Hölzer bzw. heimischer Materialien

  • der Gebrauch von nachwachsenden Rohstoffen wie Bambus, Baumwolle, Holz usw.

zum Einsatz kommen.


Aber nicht nur bei den Möbeln kann man auf Nachhaltigkeit achten, sondern auch bei der Kleidung. Nachhaltige Kleidung ist heute schon fester Bestandteil in den Sortimenten der Modeketten und Bio-Mode kann heute auch toll aussehen. Es gibt eine relativ grosse Auswahl an Fair Fashion Marken, die mit Naturfasern arbeiten und unter fairen Bedingungen produzieren.



Wie Sie sehen, ist nachhaltiges Wohnen und die nachhaltige Gestaltung des Alltags für jeden zumindest zum Teil umsetzbar. Wenn jeder mitanpackt, können wir die Umweltverschmutzung reduzieren, Ressourcen und das Klima schonen.



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